BOL 2015/16 SF Schöneck 3 – SF Neuberg 3

 

BOL 2015/16 SF Schöneck 3 – SF Neuberg 3

 

 

Wie befand König Thêoden von Rohan beim Auftakt des Sturms der Uruk-Hai auf Helms Klamm so treffend wie profan?: „Dann beginnt es also.“ Ich hab `s auch `ne Nummer kleiner, denn es ist nichts Geringeres oder Bedeutenderes von statten gegangen, als der Saisonauftakt unserer III. in der BOL. Wir traten auswärts bei der 3. der Schachfreunde Schöneck an, welche rein DWZ-basierend etwas favorisiert gegen uns ins Rennen ging. Allerdings fehlte den Schöneckern das etatmäßige 6. Brett, Leonore Poetsch.

 

 

An einigen Brettern entwickelten sich ausgeglichene Partien, gut stand zunächst keiner von uns. Im Gegenteil, Adam Baranyai-Molnar, kam am 7. Brett schlecht aus der Eröffnung (pircufimzef) und hatte zügig einen Minusbauern, bei Druckstellung des Gegners (Timo Bauer) und Null-Kompensation. Den ersten Score des Abends gab es mithin am 6. Brett, an welchem Peter Grosse sich mit schwarz Frank Pitzen-Ullrich gegenübersah. Gespielt wurde Spanisch und nachdem der Anziehende den zentralen Damenbauern nach d5 durchgezogen hatte, ergab sich ein statisches Stellungsbild, indem Peter zwar wenig Platz, aber der Weiße auch nur begrenzte Optionen hatte. Da diesem wohl nichts an einem langem Schachabend lag, bot er noch vor dem 20. Zug Remis, was angenommen wurde. Gespielt war ca. eine Stunde und es sollte ein Weilchen dauern, bis sich am Ergebnis etwas änderte. Nach 160min. Spielzeit war es am 2. Brett dann soweit. Wir gingen zum ersten und letzten Mal an diesem Abend in Führung, da Gerhard „Blacky“ Schwartz, mit seiner Lieblingsfarbe agierend, nach einer überwiegend unübersichtlichen Partie das bessere Ende für sich hatte. Blacky erwiderte den Eröffnungszug (e4) dergestalt, dass ein Sizilianischer Drachen aufs Brett kam. Es wurde unsymmetrisch rochiert und der Weiße marschierte in der Folge am K-Flügel. Gerhard schuf indes Verwicklungen im Zentrum und am Damenflügel und nachdem eine Mehr-Qualität bereits zu Buche stand, wurde schlussendlich das gegnerische Zentrum zerschlagen, was der weißen Stellung jegliche Initiative raubte. Elijah Everett streckte die Waffen.

 

 

Nur 5 Minuten später kassierten wir den Ausgleich, da unser Routinier, Gottfried Draxler, sich am 8. Brett, gleichwohl die schwarzen Steine führend, nie gegen den aufgebauten Druck des Gegners, Stefan Jäger, befreiend wehren konnte und schließlich im Endspiel an der Enge seiner Position und der Dominanz des weißen Königs in seinen Bemühungen scheiterte.

 

 

Etwas mehr als 3 Stunden waren gespielt, als wir zurücklagen. Axel Wüstehube hatte am 3. Brett gegen Jacob Sevall verloren. Aus der englischen Eröffnung kommend, bot sich hier immerfort ein ausgeglichenes Bild. Leider wickelte Axel in ein ungünstiges Bauernendspiel ab, an dessen Ende er, nach beidseitiger Damenumwandlung, durch eine Unachtsamkeit den Damentausch akzeptieren musste, was zur neuerlichen Umwandlung des letzten verbliebenen Bauern geführt hätte.

 

 

Noch vor Ablauf der 4. Spielstunde nahm der Rückstand bedrohliche Formen an, da Adam seine vom Start weg malade Partie verloren hatte. Adam spielte mit weiß gegen pircufimzef an und geriet bereits in der Eröffnung in Nachteil. Zwar brauchte sein Gegenüber angesichts der überwältigenden Dominanz seiner Stellung noch recht lang, um die Partie fix zu machen, aber eine Chance hatte für Adam hier nie bestanden.

 

 

So stand es 1,5 : 3,5, was bedenklich war. Nur 5 Minuten nach Adams Niederlage remisierte Norbert Seifert am 5. Brett gegen Gero Poetsch. Es war, gemessen am Spielverlauf, das folgerichtigste Resultat des Abends. Norbert hatte mit Weiß die verwicklungsreicheren Abhandlungen des Franzosen abgelehnt und zur Abtauschvariante gegriffen. Zwar übten die Kontrahenten nahezu 4 Stunden, aber die Partie war alles in allem unspektakulär. Nun stand es also 2:4, gewinnen konnten wir also nicht mehr.

 

 

Volkmar, in dieser Saison ans 4. Brett aufgerückt, spielte mit schwarz gegen Juri Kleschtschow. Volkmars Königsinder kam überhaupt nicht zur Entfaltung, tief im Mittelspiel standen alle seine Figuren auf der 8. Reihe und ein gegnerischer Bauer hatte es derweil, gedeckt von einem Artgenossen, bis e6 geschafft, bitter. Irgendwann kam Volkmar doch zu, wenn auch übersichtlichen, Gegenmaßnahmen am D-Flügel. Nix Durchschlagendes, aber des Gegners Zeitpolster war zwischenzeitlich perdú. Etwa im 32. Zug konnte angenommen werden, dass Volkmar die wohl verlorene Partie nach Zeit gewinnt, denn der Gegner hatte weniger als eine halbe Minute auf der Uhr. Dann ging aber alles recht schnell, die Partie war für Volkmar nun sicher verloren und für den 40. Zug hatte Volkmars Gegenüber immer noch 9 sec. Drama, Drama, Drama, er schaffte es nicht und Volkmar verkündete: „Zeit!“ So richteten sich aller Augen auf `s Spitzenbrett.

 

Hier hatte Harald Skarke gegen Claus Meyer-Cording angezogen. Die gewählten Startzüge passen in keine Klassifikation. Es entwickelte sich ein sehr positionelles Spiel. Harald war immer um Initiative bemüht, der Schwarze gab sich aber keine Blößen. Haralds Hartnäckigkeit und positionelle Ungenauigkeiten des Schwarzen bescherten unserem 1. Brett schließlich aber eine vernichtende Druckstellung, die zunächst zu einem Quallegewinn führte, woran sich aber der sofortige Partiegewinn anschloss, da sich nun 2 Schwerfiguren auf den gegnerischen Grundreihen austoben konnten. 4:4!

 

 

Gemessen am Verlauf des Wettkampfs erreichten wir ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. In 2 Wochen geht’s weiter. Am 26.09. empfangen wir den SC Nidderau 1. Leichter wird’s nicht.